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Das Pattern: Help on Demand

The HELP ON DEMAND Pattern

Problem / Challenges / Motivation

Studierendeunterscheiden sich bezüglich ihrer Computernutzung und ihres Vorwissens hinsichtlich des Computereinsatzes im Mathematikunterricht. Jedoch sollten alle Studierende die Möglichkeit haben Probleme mit Computerprogrammen zu lösen, ohne zu viele Anstrengungen in das Erlernen des Programms zu stecken.

Kräfte / Forces

Häufig wird ein Programm eingeführt bevor es die Studierenden wirklich benötigen.Das führt dazu, dass einfachste Prozeduren in lange Vorführungen ausarten. Normalerweise kennen aber einige Studenten das Programm schon und können es bedienen. Für diese sind die Vorführungen unnötig und langweilig. Für Anfänger dagegen kann es zu viel Information für den Anfang sein und hinterher wissen diese nicht mehr was sie tun müssen.

Lösung / Solution

Hilfe für Technik muss dann zur Hand sein, wenn man die Informationen benötigt. In erster Linie sollte die Hilfe natürlich von Gleichgesinnten kommen. Studenten können sich gegenseitig helfen, während sie zusammen am gleichen Computer arbeiten. Tutoren können ebenso Hinweise zur Nutzung des Programms geben (vgl. The HINT ON DEMAND Pattern).

In Fällen, in denen die Studierenden das Programm alleine zu Hause nutzen, oder in denen alle Studierende hinsichtlich eines speziellen Programms Anfänger sind, sollte eine Einführung erfolgen, in der die Kernanwendungen beschrieben werden. Die Erläuterungen der Prozeduren sollten an denen der Studierenden angelehnt sein und nicht das gegebene Problem Schritt-für-Schritt lösen. Das Bearbeitungsbeispiel sollte mathematisch einfacher als das Problem sein, es sollte jedoch alle Anwendungen enthalten, die für das Problem notwendig sind. Dieser Ansatz ist Teil von LoDiC – systematische Strukturen um den Computereinsatz und grundlegende Prinzipien der Informatik zu lernen in dem an fachinhaltlichen Problemen gearbeitet wird – der von Bescherer (1) vorgestellt wurde.

Einführungen in die Anwendungen eines Programms können Benutzerhandbücher, interaktive Arbeitsblätter oder Videos sein. Diese können auf einer Lernplattform zum download bereitgestellt werden. Demzufolge können die Studierenden bei bedarf auch darauf zugreifen.

Rationale / Theoretischer Hintergrund

Die Einführung in eine Software und aller benötigten Funktionen zur Lösung eines mathematischen Problems wird anhand eines Beispiels gemacht, welches an die Aufgabe angelehnt ist. Dieses Vorgehen bezieht sich auf die Kapitel des „modelling and scaffolding“ der kognitiven Meisterlehre (cognitive apprenticeship model) welches von Collins, Brown und Newman (3) beschrieben und von Bescherer (6) diskutiert wurde. Benutzer einer Computeranwendung lesen normalerweise nicht im Voraus das Benutzerhandbuch; sie greifen darauf zurück, wenn sie ein Problem haben (4, 5). Sie benötigen zeitnahe Hilfe (just-in-time help). Obwohl integrierte Hilfefunktionen von den Benutzern meist ignoriert wird, zeigen Untersuchungen, dass die Benutzung von Hilfe bei Bedarf zu besseren Lernfortschritten führen kann (6).

Benutzerhandbücher sollten bausteinartig, anwendungsbezogen und so wenig Text wie möglich enthalten. Zudem sollten Sie Informationen zur Fehlerbehebung enthalten (7, 8). Zusätzlich können Bilder und Screenshots helfen mentale Modelle aufzubauen und Bedienelemente des Programms zu finden (9).

Bildschirmvideos sollten mit gesprochenem Text gleichzeitig zu den Ausführungen begleitet sein (modality principle, und zeitliches Kontiguitäts Prinzip, (10)). Zwar zeigen erste Untersuchungen, dass animierte Demonstrationsvideos ernüchternd sind (11), es gibt aber Anzeichen, das vorsichtig/gut erstellte Videos bessere Ergebnisse liefern, verglichen mit Benutzerhandbüchern ((12), (2)).

Examples / Beispiele

Soll man in der Geometrie die Spiegelung/Inversion am Kreis erkunden, so geht dies am besten mit einem DGS. Jedoch muss man zuvor wissen, wie man einen Kreis oder eine Lotgerade konstruiert. Dafür können Demonstrationsvideos erstellt werden.

Related Pattern

Literatur

  1. Bescherer, C.: LoDiC – Learning on Demand in Computing. In: Proceedings of 8th IFIP World Conference on Computers in Education 2005, Cape Town, 4.–7. July (2005).
  2. Spannagel, C., Girwidz, R., Löthe, H., Zendler, A. & Schroeder, U.: Animated Demonstrations and Training Wheels Interfaces in a Complex Learning Environment. Interacting with Computers, 20(1), 97–111 (2008).
  3. Collins, A., Brown, J.S., & Newman, S.E.: Cognitive Apprenticeship: Teaching the Crafts of Reading, Writing, and Mathematics. In Lauren B. Resnick (ed.), Knowing, Learning, and Instruction. Essays in Honor of Robert Glaser, pp. 453–494, Erlbaum, Hillsdale, NJ (1989)
  4. Penrose, J. M. & Seiford, L. M.: Microcomputer user’s preferences for software documentation: an analysis. Journal of Technical Writing and Communication, 18(4), 355–366 (1988).
  5. Ames, A. L.: Just what they need, just when they need it: an introduction to embedded assistance. In: S. Tilley (ed.), Communicating in the New Millenium. Proceedings of the 10th Annual International Conference on Systems Documentation, pp. 111–115, ACM, New York (2001).
  6. Aleven, V., Stahl, E., Schworm, S., Fischer, F., & Wallace, R.: Help seeking and help design in interactive learning environments. Review of Educational Research, 73(3), 277–320 (2003).
  7. Lazonder, A. W. & van der Meij, H.: The minimal manual: is less really more? International Journal of Man-Machine Studies, 39, 729-752 (1993)
  8. Albers, M. J.: Designing and writing to reduce user errors. In: Proceedings of the 50th Annual Conference of the Society for Technical Communication, 286–288, STC, Arlington (2004)
  9. Gellevij, M., van der Meij, H., de Jong, T. & Pieters, J.: Multimodal versus unimodal instruction in a complex learning context. The Journal of Experimental Education, 70(3), 215–239 (2002).
  10. Mayer, R. E.: Multimedia learning. Cambridge University Press, New York (2001)
  11. Palmiter, S. & Elkerton, J.: Animated demonstrations for learning procedural computer-based tasks. Human-Computer Interaction, 8, 193–216 (1993)
  12. Atlas, R., Cornett, L., Lane, D. M. & Napier, H. A.: The use of animation in software training: pitfalls and benefits. In: M. A. Quinones & A. Ehrenstein (eds.), Training for a rapidly changing workplace. Applicatons of psychological research, 281–302, American Psychological Association, Washington, DC (1997).